Montréal-de-Sos

  • nächste Stadt: Vicdessos / nächster Ort: Olbier
  • GPS: 42.76332, 1.4898
  • Karten: Geoportail | GoogleMaps | OSM
  • Voraussetzungen: es sind geringe Kletterkenntnisse erforderlich
  • Weiteres: Es wird keine Kletterausrüstung benötigt

Aus dem Tal geht es von Vicdessos auf einer schmalen Asphaltstraße über zahlreiche Serpentinen den Berg empor.


montreal-de-sos

Nach einiger Zeit passiere ich die Abzweigung nach Sem. In Sem befanden sich im Mittelalter wichtige Eisenminen.

  • nächste Stadt: Vicdessos / nächster Ort: Olbier
  • GPS: 42.76332, 1.4898
  • Karten: Geoportail | GoogleMaps | OSM
  • Voraussetzungen: es sind geringe Kletterkenntnisse erforderlich
  • Weiteres: Es wird keine Kletterausrüstung benötigt

Aus dem Tal geht es von Vicdessos auf einer schmalen Asphaltstraße über zahlreiche Serpentinen den Berg empor.


montreal-de-sos

Nach einiger Zeit passiere ich die Abzweigung nach Sem. In Sem befanden sich im Mittelalter wichtige Eisenminen.

0

        FOTOS & WEITERLESEN ➠         


Der Zugang zu diesen Minen wurde durch die Befestigung von Montréal-de-Sos gesichert. Kurz hinter der Abzweigung erreiche ich dann den kleinen Ort Olbier. Hier endet die Straße an einer Parkfläche.

Gegenüber auf einem Felssporn sind die Ruinen von Montréal-de-Sos gut zu erkennen. Auch lassen sich aus dieser Position bereits die Zugänge diverser Grotten ausmachen. Ich packe meine Ausrüstung zusammen und mache mich zum Fuß des Felssporns auf, um die zahlreichen Grotten zu erkunden. Mein OSM-Kartenportal gibt die nötige Auflösung nicht her. Ich switche auf das SityTrail Portal. Hier sind tatsächlich die Pfade zu verschiedenen Grotten eingezeichnet und über das GPS wird mir meine Position metergenau angezeigt. Nach einiger Zeit habe ich dann tatsächlich ohne Umwege die erste Grotte erreicht(Bilder 7-11).

aktuelle Fotos[65] ⇓

Hinter einer kleinen Holzbrücke in den Felsen, kann ich das Gitter erkennen, dass den ersten Höhlenzugang versperrt. Hier soll sich eine legendäre Felszeichnung befinden, die verschiedentlich den Katharern zugeordnet wird. Doch das ist weder sicher, noch in irgendeiner Form belegbar. Die Gittertür ist nicht verschlossen und lässt sich bequem öffnen. Ich schwinge mich die knapp 2m zur Höhlenkammer empor und befinde mich nun direkt vor der Zeichnung. Meine Gefühle wechsel zwischen Enttäuschung und Entsetzen. Die alte, verwitterte Zeichnung, die ich vor einigen Jahren als Abbildung gesehen hatte, wurde anscheinend „renoviert“. Das was sich nun vor meinen Blicken auftut, ähnelt eher einem bunten Bildchen aus einem Comicheft(Bild 11).

Direkt über der Grotte liegt die Höhle Campanal(Bilder 12-36). Der Vorbau zur Höhle ist nur noch rudimentär erhalten. Vor der Höhle befand sich einst ein befestigter Abschnitt, ähnlich einer Spoulga. Hinter dem einstmals befestigten Abschnitt öffnet sich ein großes Portal. Nach wenigen Metern verengt sich der Höhlenverlauf allerdings immer mehr. Es folgen extrem enge Passagen. Nach einer scheinbar endlosen Strecke mündet die Höhle in eine kleine Kammer(Bild 27). Hier geht es nicht mehr weiter.

Weiter im Gelände. Ich folge dem Pfad, der zum Chateau auf der Kuppe führt. Kurz unterhalb biege ich auf einen schmalen Felspfad ab, der mit einem Handlaufseil gesichert ist. Der Pfad führt zu einem natürlichen Felstunnel(Cradugno del Matuquet). Auf linker Seite sind einige Felszeichnungen zu erkennen(Bild 48), mit denen ich mich besser anfreunden kann, obwohl diese Zeichnungen sicherlich auch nicht besonders alt sein dürften. Der Boden des Tunnels ist extrem glatt getreten. Im Lauf der Zeit müssen zahlreiche Menschen diesen Tunnel durchquert haben. Hinter dem Tunnel geht es in den Felsklippen zu weiteren Grotten(Grotte de las Femmas & Grotte dels Omes), die vermutlich schon in der Frühzeit von Menschen genutzt wurden.

Historie: Montreal-de-Sos war bis ins Mittelalter ein wichtiger Außenposten der Grafen von Foix und diente zur Sicherung der Minen von Sem. Die heutige Form des Chateaus stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im Jahr 1272 war Raymond Bataille de Mirepoix der Herr des Schlosses.

Von hier aus wurden die damals wichtigen Eisenminen von Rancié in Sem kontrolliert. Im 15. Jahrhundert wurde die Befestigung zerstört. Heute sind nur noch wenige Mauerreste sowie die Fragmente 2er Türme erhalten. Die Ursprünge der Befestigung lassen sich bis in die Eisenzeit und darüber hinaus zurückverfolgen. Montréal-de-Sos ist seit dem Jahr 2000 Gegenstand einer archäologischen Kampagne. Die archäologischen Grabungen belegen, dass die Stätte mindestens seit der mittleren Bronzezeit besiedelt war.


Lokalisierung : Peter Ernst
Expeditionsteilnehmer: Peter Ernst
[Fotos & Text: copyright by Peter Ernst]