Rancié-Minen bei Sem

  • nächste Stadt: Tarascon sur Ariège / nächster Ort: Sem
  • GPS: 42.7678, 1.5196
  • Karten: Geoportail | GoogleMaps | OSM
  • geförderte Rohstoffe: Eisen / Mangan
  • Weiteres: Eisenmine im Ariège

Die Pyrenäen sind zwar nicht die Anden, aber auch nicht gerade die norddeutsche Tiefebene. 


Mine Sem

Wie steil und unwegsam das Gelände hier ist, konnte ich am Tag vorher in Montreal-de-Sos wieder in Erfahrung bringen.

  • nächste Stadt: Tarascon sur Ariège / nächster Ort: Sem
  • GPS: 42.7678, 1.5196
  • Karten: Geoportail | GoogleMaps | OSM
  • geförderte Rohstoffe: Eisen / Mangan
  • Weiteres: Eisenmine im Ariège

Die Pyrenäen sind zwar nicht die Anden, aber auch nicht gerade die norddeutsche Tiefebene. 


Mine Sem

Wie steil und unwegsam das Gelände hier ist, konnte ich am Tag vorher in Montreal-de-Sos wieder in Erfahrung bringen.

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Nachdem ich den Dolmen von Sem(Bild 1), passiert habe, gelange ich auf einer Straße, die etwa genauso breit ist wie mein alter T3, nach Sem(Bilder 2 + 3). Hier ist mit dem Auto dann auch endgültig Schluss. Die Straße endet hier. Ich parke mein Fahrzeug auf dem einzigen kleinen Parkplatz und mache mich zu Fuß auf, um den Minenkomlex(Rancié-Minen) zu erkunden. Der erste der beiden unteren Stollen liegt Gott sei Dank direkt in dem kleinen Bergnest und trägt den verheißungsvollen Namen Galerie de Becquey. Ein weiterer Stollen, Galerie la République, liegt unterhalb des Dorfs. Beide Minenzugänge sind verschlossen. Bilder 4-8 zeigen den Zugang zu Galerie de Becquey. Hinter dem Gitter lassen sich diverse Gerätschaften sowie Stränge von einem demontierten Schienensystem erkennen. Dahinter verschwindet der weitere Stollenverlauf in der Finsternis.

aktuelle Fotos[31] ⇓

Der älter Abschnitt der Rancié-Minen liegt allerdings weit oberhalb des Dorfes in den Bergen. Als erstes gilt es den richtigen Pfad zu lokalisieren, der aus dem Dorf zu den Minen führt. Danach geht es dann längere Zeit den extrem steilen Berghang empor. Ein Ende ist nicht in Sicht. Dichtes Buschwerk und Bäume verwehren beim Aufstieg jede Aussicht und machen eine optische Lokalisierung meines augenblicklichen Standorts im Gelände unmöglich. Dafür ist der GPS Empfang auf meinem Smartfone vorzüglich. Ich bin mir absolut sicher, dass ich den richtigen Pfad eingeschlagen habe. Nach unzähligen Serpentinen und knapp 2h später erreiche ich dann tatsächlich den ersten historischen Minenabschnitt(Bilder 14-19).

Galerie St. Barbe: ein symbolischer Zaun umschließt das Gelände. Mehrere Hinweistafeln versuchen Erklärungen und Informationen zu vermitteln. Kurze Zeit später stehe ich dann direkt vor dem Minenzugang. Der Stollen ist mit einer massiven Tür vergittert. So ein Mist, denke ich und rüttele ärgerlich an der Konstruktion. Aber keine Chance. Das Gitter ist in eine kompakte Betonkonstruktion eingelassen. Auch ein Untergraben der Konstruktion um einen schmalen Durchschlupf zu schaffen, ist hier nicht möglich. Der einzige Lichtblick, es gibt ein Schloss an der Tür. Ich schiebe das Objektiv meiner Kamera zwischen den Gitterstäben durch und mache einige Aufnahmen. Bereits aus dieser Position lässt sich erkennen, dass im hinteren Abschnitt ein gewaltiger Tunnel abwärts führt.

Galerie l‘Auriette: weiter im Gelände, oberhalb liegen dann 2 weitere Zugänge. Der Bergabschnitt ist unübersichtlich und erst im zweiten Anlauf habe ich die beiden Zugänge dann entdeckt(Bilder 20-28). Auch hier grenzt ein Zaun das Gelände ab. Im Gegensatz zum unteren Zaun macht dieser wirklich Sinn. Direkt hinter dem Zaun beginnt ein gewaltiger Felsüberhang. Der Abschnitt wirkt extrem einsturzgefährdet. Tief hinten ist ein unterer Zugang komplett vermauert. Der obere Zugang ist vergittert. Mit einer Kletteraktion ließe sich dieser Zugang locker erreichen(Bild 24). Doch ich bin jetzt relativ bedient. Ich benötige eine Pause.

Die ersten Spuren der Eisenförderung in der Rancié-Mine stammen aus dem 3. Jahrhundert n. C. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass ein erster Minenbetrieb noch weiter zurückliegt. Im Mittelalter befand sich hier ein wichtiges Zentrum zur Eisenförderung. In der Neuzeit entwickelte sich die Eisenmine Rancié zum größten Eisenbetrieb in den französischen Pyrenäen. Die letzte Galerie wurde Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet. 1929 wurde die Mine nach einem Einsturz, bei dem zwei Menschen starben, endgültig aufgegeben.


Lokalisierung : Peter Ernst
Expeditionsteilnehmer: Peter Ernst
[Fotos & Text: copyright by Peter Ernst]