Portal zu den Corbieres & Cevennen

Die dritte Mine(Hauptbaustelle) - Nach einer weiteren Abzweigung erreiche ich nach einiger Zeit eine versteckt in den Büschen gelegene Hütte. Das Haus besteht aus 2 Zimmern und ist komplett eingerichtet. Es finden sich hier mehrere Öfen, Küchengeräte, Werkzeugkisten, Bücher, Zeitschriften (u.a. GEO Ausgabe von 1980). Das ganze Zeug scheint hier seit mittlerweile 30 Jahren relativ unberührt vor sich hin zu dämmern.

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Etwas weiter dann der erste mit Holzbalken abgedeckte Schacht. Das Stahlseil wird von einer Motorseilwinde betrieben.( Bild unten links)

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Kurz dahinter dann eine weitere umfangreiche Grabungsstelle. Hinter einer großen Abraumhalde führen zahlreiche Löcher in unbekannte Tiefe. In einem Versorgungstunnel stapeln sich zahlreiche Ausrüstungsgegenstände jeglicher Art (Bild 3). Volle und halbvolle Benzinkanister, Gaskartuschen, Trommeln mit Stahlseil, Stromkabel, Lampen, Sägen, Laufrollen. Alles was man so zu einer größeren Buddelaktion benötigt und das Herz eines jeden Schatzgräbers höher schlagen lässt. Dahinter geht es in einen großen Felskessel. Unten, in knapp 7m Tiefe, führt ein Tunnel steil abwärts(Bilder 3-6)

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5-6 m tiefer erreiche ich dann eine große Felskammer. Im Licht der Lampen taucht vor mir im hinteren Abschnitt eine große Handseilwinde auf(Bilder 1+2). Zahlreiche Lagen von Stahlseil auf der Trommel signalisieren, dass es von hier extrem tief abwärts gehen muss. In dem steil abfallenden Stollen kann ich am Ende des Seils, tief unter mir, einen Fördereimer erkennen, der einen Schachtzugang versperrt. Schräg gegenüber führt aus der Kammer ein Stollen weiter. Über mehrere kleinere Absätze geht es schräg nach unten weiter(Bilder 4-5).

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Doch nach knapp 15 - 20m endet dieser Stollen bereits. Nun geht es nur noch im Schachtbereich weiter.



Die Expedition 2012 startet oberhalb des Förderschachts, in knapp 15m Tiefe. Hier steht auch die große Seilwinde.
Wir befestigen ein zweites Seil an der Winde und sichern das Seil zusätzlich an dem ersten, bereits verbauten Seil. Ich klinke mein Grigi ein und es geht los. Die ersten knapp 8m zum Schacht geht es auf einer glitschigen Felswand mit einer Neigung von etwa 45 Grad steil abwärts(Bilder 2+3). Anschließend stehe ich vor dem Förderschacht(Bild 3). Die Situation dort ist identisch, wie vor 2 Jahren, als wir den großen Fördereimer mit der Seilwind hinab gelassen haben. Der Schacht ist immer noch frei. Der Fördereimer scheint sich immer noch unten zu befinden.

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Ich trete alle größeren Steinbrocken vor dem Schacht weg und versuche die restlichen Steine in der Matschschicht unter mir mit Fußtritten zu verbacken. Ein erster Blick in den Schacht. Im Schein meiner Powerlampe kann ich tief unter mir das aufgelaufene Seilende auf dem Boden erkennen. Die Entfernung lässt sich in diesen Lichtverhältnissen schlecht abschätzen.
Ich schwinge mich in den Schacht und lasse mich abwärts gleiten. Der Schacht wurde in den blanken Fels getrieben(Bilder 4-6). Erfreulicherweise sind keine Erdschichten, die lockere Steine beherbergen könnten, zu erkennen. Es scheint in dem engen Schacht endlos abwärts zu gehen. Ab und zu tangiere ich das Stahlseil, das rechts neben mir im Schacht verläuft und muss aufpassen, dass mich das Seil nicht um meine Stablampe erleichtert, die ich mir auf dieser Seite angehängt habe.

Dann, nach etwas über 10m endet der Schacht in der Decke einer großen Höhlenkammer(Bild 5). Ohne Wandkontakt geht es die letzten Meter abwärts. Ich klinke mich aus meinem Abseilgerät, gebe das Seil frei und lasse erste Blicke durch die Halle schweifen. Einen Meter vor mir steht der Fördereimer. Erst jetzt kann ich erkennen, dass das Behältnis deutlich größer ist, als es vor 2 Jahren den Anschein hatte. Der Eimer ist aus Eisen, knapp 120 hoch und steht voll mit Wasser. Das Grundmaß der Halle beträgt etwa 10x15m. Die durchschnittliche Höhe liegt bei knapp 5-6m. Auf einer Seite oberhalb eines Absatzes, im hintern Abschnitt der Halle, führt ein Tunnel weiter. Auf der mir gegenüber liegenden Seite befindet sich ebenfalls ein Tunnel. Eine große Holzkonstruktion sichert einen Abschnitt der Halle 3m vor mir. Dahinter führt ein weiterer Schacht in die Tiefe. Überall verstreut am Boden, Kanister, Werkzeug und andere Utensilien.

Leichter Steinschlag aus dem Schachtbereich kündigt das Eintreffen meines Kletterpartners an. Wir machen eine kurze Pause, sondieren die Halle und entscheiden uns dann als erstes, den im südlichen Abschnitt befindlichen Stollen zu erkunden.

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Stollen 1:
Der Stollen ist schmal und etwa 1.60 hoch(die nächsten 8 Bilder). Nach einiger Zeit folgt eine Linksbiegung, der Stollen verläuft nun in östliche Richtung und nach einer längeren Strecke stehen wir auf dem Grund einer natürlichen Schachthöhle. Von oben hängt ein scheinbar funktionsfähiges Seil herab. Wir lassen es drauf ankommen. Kurz entschlossen klettern wir hier an dem Seil weiter nach oben und gelangen auf einen Absatz. Auf schlammigen Grund geht es weiter. Nach einer Weile stehen wir dann vor einem weiteren senkrechten Absatz. Hier hängt kein Seil herab, aber weiter oben befindet sich ein Metallhaken. Wir arbeiten uns weiter hoch und gelangen in einen Tunnel. Hier geht es steil aufwärts. Hoch oben, über uns, ist eine morsche Holzkonstruktion in Sicht.

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Der Schacht:
Nachdem wir wieder in die Halle zurückgekehrt sind, erkunden wir nun den Schacht(Bild oben rechts + die nächsten 5 Bilder) , der sich unterhalb einer stützenden Holzkonstruktion im südwestlichen Abschnitt der Halle befindet. Mit gemischten Gefühlen lasse ich meine Blicke in den Schacht fallen. Der gesamte Bereich ist verschlammt und in dem Dreck stecken überall große Felsbrocken. Der Stein den wir hinab werfen, vermittelt uns auch keine klaren Erkenntnisse, wie tief es hier hinab geht. Der Stein verschwindet einfach in der Tiefe und das Gerumpel wird schwächer und schwächer. Seil ist jedenfalls noch genug da. Wir sind recht großzügig ausgerüstet.

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Während ich noch grübele, schwingt sich mein Kletterpartner an mir vorbei und verlegt das zusätzliche Seil im Schachtbereich. Damit ist die Entscheidung gefallen. Es geht weiter abwärts und es gilt die alte Regel, wer das Seil verlegt und sichert klettert auch zuerst.
Dieser Abschnitt der Mine ist extrem gefährlich. Es ist glitschig und durch die zahlreichen Felsbrocken in der Schlammschicht ein gewagtes Unterfangen. Es geht über Absätze, die teilweise mit alten Holzkonstruktionen gesichert sind und über senkrechte Abschnitte immer tiefer hinab. Plötzlich erklingt weit oberhalb von mir ein Poltern und Krachen. Ehe ich darüber nachdenken kann was jetzt zu tun ist, fliegt ein großer Felsbrocken wenige cm direkt an meiner Nase vorbei, passiert ebenfalls ohne Kontakt meinen Kletterpartner und verschwindet in der Finsternis. Ich atme auf und es geht weiter. Nach etwa 25m erreichen wir dann den Grund des Schachtes. Hier ist dann auch Schluss. Ein abgesoffener Stollen, in dem ein Eimer hängt führt ledig 2m weiter(Bild unten links). Wir haben hier eine Tiefe von etwa 50m erreicht.

Der Aufstieg von hier zurück zur Halle gestaltet sich dann allerdings sehr gewöhnungsbedürftig. Aufgrund des Steinschlags bewegen wir uns dicht hintereinander. Durch den Schlamm, der nun meine gesamte Kletterausrüstung überzogen hat, rutsche ich immer wieder mit den Händen aus den Steigklemmen und muss neu ansetzen. Nach einer scheinbar endlosen Zeit erreichen wir dann wieder völlig unbeschadet unseren Ausgangspunkt in der Halle.

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Stollen 2:
Nach einer längeren Pause geht es von hier nun weiter in den Stollen im nordöstlichen Hallenabschnitt(Bild oben rechts). Bereits der Eingangsbereich dieses Stollens ist auf rechter Seite auf einer längeren Strecke mit großen Tropfsteingebilden bedeckt. Ein Stalagmit liegt abgebrochen an der Seite. An der Bruchkante ist zu erkennen, dass das gesamte Gebilde scheinbar aus Kristallen besteht, die im Licht der Lampen in gespenstischen Farben erglühen. Die Stalagmiten, die ich bisher in den Höhlen wie Bufo Fret oder Font de Dotz gesehen hatte, bestanden komplett aus Kalkstein.
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Der Stollen führt dann etwa 50m, schnurgerade in östlicher Richtung weiter. Auf linker Seite wurden Bruchsteine als Verfüllung verwendet(Bild links). Hier mündet der schmale Tunnel dann in einer knapp 3m breiten und 5m langen natürlichen Höhle(Bild mitte), in der eine große Felsplatte am Boden liegt. Gegenüber, auf der anderen Seite, setzt sich der Stollen dann weiter fort. Der Tunnel wird nun deutlich höher, fällt auf der letzten Strecke wieder ab und mündet nach einer Länge von 20-30m in einer größeren Höhlenkammer(die nächsten 14 Bilder).

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Die maximale Deckenhöhe dieser Kammer beträgt auf einer Seite etwa 3-4m und senkt sich auf der andern Seite stark ab. Die Grundfläche beträgt ungefähr 10x10m. Wandabschnitte der Höhle sind mit überaus eindrucksvollen Tropfsteingebilden überzogen.
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Quer über den Boden zieht sich eine auffällig gerade Kante(Bild oben links). Es lässt sich allerdings nicht feststellen, ob es sich hierbei um eine künstliche oder natürliche Struktur handelt. Diverse Hölzer verteilen sich am Boden in einer Ecke der Höhle.
Abbau oder Förderzonen sind hier allerdings nicht klar zu erkennen. Vielmehr scheint die komplette Höhle aus natürlich gewachsenen Fels zu bestehen.Auf der einen Seite führt ein schmaler Gang weiter. Dieser Abschnitt führt parallel zu dem Tunnel, in dem wir hierher gelangt sind und mündet relativ unauffällig in einer Biegung der ersten Höhle, die wir vorher passiert hatten(Bild oben rechts).

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Ich sammele auch hier noch diverse Bodenproben ein, dann geht es wieder zurück zur großen Halle. Der Aufstieg von dort ist dann nur noch Routine.

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Fazit:
Hiermit wird klar, dass die 3 Baustellen von Camps nicht miteinander in Verbindung stehen.
Meine Vermutung bestätigt sich, dass es sich auch bei dieser Baustelle, wie bereits bei der vorher erkundeten oberen Baustelle(Camps sur Agly 1), um eine Mine handelt. Die kleinen Transporteimer (10l Eimer) lassen auch den Schluss zu, dass diese Buddeltätigkeiten hier wohl sehr mühsam von statten gingen. Der einzig größere Fördereimer führt von der Halle zur Seilwinde. Der Transport von dort bis ans Tageslicht bleibt unklar.
Die Frage, was hier über Jahre gefördert wurde, lässt sich immer noch nicht beantworten. Fest steht, dass es unterhalb im Tal eine Schmelze gab, in der das aus den Minen herab geschaffte Material in früherer Zeit eingeschmolzen wurde.

Weitere Informationen hierzu, die im Rahmen des "Bugarach 2012 Hypes" in der Midi Libre erschienen, finden sie unter folgendem Link: Midi Libre...
Inwieweit es sich hierbei um einen seriösen Bericht oder doch nur um eine "Presseente" handelt, bleibt dem Leser überlassen.

Lokalisierung :Peter Ernst
Expeditionsteilnehmer: Peter Ernst - weitere Teilnehmer + Kletterpartner
Weitere Informationen:
auf der DVD "Rennes le Chateau Report 2010...
[Fotos & Text: copyright by Peter Ernst]

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